In den letzten Monaten hat sich viel getan. Firmen erwärmen sich für Web 2.0 und Social Media. Zum ersten Mal seitdem wir diesen Weg immer und immer wieder unseren Kunden zeigen, treffen wir auf Leute, die sich schon mal damit auseinandergesetzt haben oder zumindest wissen worum’s geht und sich dafür interessieren. Und dann ist da noch eine neue Generation von Geräten, die die Nutzung des Mediums Internet zweifelsohne revolutionieren wird. Wird sich halt herausstellen müssen, wie lange das dauert – aber ich denke aufgrund der Ereignisse der letzten Woche vielleicht nicht so lange wie bei Smartphones.
Gleichzeitig werden Anregungen von außen an uns herangetragen, die wir vor einem halben Jahr selbst Kunden und Kollegen kommuniziert haben; zum Beispiel die Macht einer iPhone-Application:
Zitat XY, Antwort auf unseren Vorschlag, Mitte 2009:
“Das iPhone haben ja nur wenige Leute, das bringt doch nix”
Zitat derselbe XY per Telefon, Anfang 2010:
“Warum machen wir eigentlich keine iPhone-Application? Die werden total viel runtergeladen und da kann man die Leute toll damit erreichen und die YZ haben das auch, wisst Ihr eigentlich was augmented reality ist??? Bla…bla..bla…”
Fakt ist, dass Internetschaffende sich in den nächsten Monaten vermehrt um alternative Konsumationsmöglichkeiten für Online-Inhalte Gedanken machen müssen. Stand in den letzten Jahren die Verbesserung der Usability eines Angebots im Zentrum der Aufmerksamkeit (also die Optimierung des Surferlebnisses auf den Benutzer) so wird (natürlich nachdem diese Pflicht erledigt) die Optimierung dieses Erlebnisses für die unterschiedlichsten Eingabemöglichkeiten entscheidend sein. EIN Benutzer – dieser verwendet daheim den PC, auf Geschäftsreise oder im Auto das iPad, beim Mountainbiken und Ausgehen das Smartphone. Genügt für diesen (meiner Meinung nach bald prototypischen) Anwender die Publikationsform von Inhalten per Website? Nein. Apple macht es wieder mal vor, Google zieht nach. Eigene Applikationen für die Oberflächen (die also an die Usability des Betriebssystems bzw. der Plattform angepasst sind und von dieser zehren) gehören zunehmend zum Standardrepertoire von Marken und Firmen mit starker Notwendigkeit zur Kundenbindung.
Die Website wird weniger Interaktionsmedium, wieder vermehrt Präsentationsmedium. Wie schön wäre es, wenn alle Formulare auf allen Webseiten gleich funktionieren würden? Kein Gesuche nach kryptischen, grafischen Sendebuttons mit einem verschrumpelten Pfeil. Standardisierte Vorgangsweisen zur E-Mail-Authentifikation. Einfache Druckansichten von allen Seiten, wo nur der relevante Inhalt drauf ist. Schöööööön….
Apropos schön: die Schönheit muss ja nicht leiden deshalb. Das sieht man ja auch an Android- oder iPhone-Apps. Trotz geringer zur Verfügung stehender Fläche und standardisierten Interaktionselementen wie Formularfelder usw. schaffen es viele Herausgeber durchaus ansprechende Apps zu erstellen. Leider ist das ja im Webseiten-Rausrotz-Gewerbe nicht so weit verbreitet (wir bemühen uns, übrigens…).
Ich selbst habe seit zwei Wochen ein HTC-Magic mit Android und bin ganz verliebt in ein paar Anwendungen. Mobeedo zum Beispiel. du rufst es auf und gehst durch die Stadt und kriegst je nachdem wo du dich befindest unzählige aktuelle Infos (ein Tiroler Unternehmen, by the way). Oder Layar. Du startest es, sagst ihm was er einblenden soll (z.B. Infos zu den Berggipfeln in der Umgebung) und schaust auf dem Display “durch die Kamera” des Geräts – die Infos werden dir an der richtigen Stelle eingeblendet, GPS und eingebautem kompass sei Dank).
All das ist auch Internet. Wer das noch nicht verstanden hat, hat Nachholbedarf.
Ach ja, eine Bitte zum Schluss: Wenn wir mal wieder sagen: lasst uns doch mal das und das machen, dann hört auf uns. JETZT. Nicht erst wenn die Bezirksblätter oder TT darüber berichten, o.k.?
Euer Christoph



