
[Update:] Obwohl ich’s ja nicht so ganz glaube, aber vielleicht erledigt sich das Problem doch schneller als gedacht!
Das leidige Thema. Ich hab ja nix persönlich gegen den Internet Explorer 6, aber für einen Webentwickler ist er wie das Weihwasser für den Teufel. Du machst eine Website, die in allen halbwegs modernen Browsern (gleich) gut aussieht – und dann schaust du dir dein Werk im IE6 an. Horror. Das Ding kann nix, stellt falsch dar, beachtet null Standards und ist zudem noch unsicher und löchrig, dass es jedem Benutzer eigentlich die Schweißperlen auf die Stirn treiben sollte, wenn er damit ins Internet muss.
Und eigentlich wäre das ja gar nicht das Problem. Man kann anpassen, eine Version der Website erstellen die überhaupt auf den IE6 optimiert ist, testen, testen, testen. Aber das zahlt keiner!
Warum ich mir heute darüber den Frust von der Seele schreibe – aktueller Fall:
Wir sind heute mit einer Website für ein Hotel online gegangen. Schaut meiner Meinung nach cool aus, die Bedienung macht Sinn, es geht auch ohne Javascript trotz dem ganzen AJAX-Gedöns und alles ist validiertes XHTML1.1 und CSS2.1. Damit kommt jeder Pimperlbrowser einer OpenSource-Entwicklergemeinde klar.
Und dann kam das lange Ende.
Ich weiß eigentlich ziemlich genau, worauf ich beim erstellen von HTML-Code Wert legen muss, dass ich mir beim Anpassen an den 6er nicht ins Bein schieße. Heute kam alles anders. Über 4 Stunden brauchte ich, bis ich die Seite lauffähig (!) hatte, sodass man wenigstens die Texte lesen konnte. Und warum? eine ungemütliche Kombi von Boxmodel-Bug, JS-generiertem HTML und CSS-Fehlern. Wow. Sowas habe ich noch nie gesehen. Aber was soll’s, jetzt geht’s ja. Falls Interesse: www.schwarzbrunn.at
Dean Hachamovitch, Entwickler bei Microsoft, schreibt in seinem IEBlog:
Dropping support for IE6 is not an option because we committed to supporting the IE included with Windows for the lifespan of the product.
Tja, und “the product” wäre dann wohl Windows XP – mit dem der IE6 noch als Standardbrowser ausgeliefert wurde (Vista kam ja mit IE7, Win7 kommt mit IE8).
Ich hab’ ja Verständnis dafür. Es gibt viele große Organisationen (Firmen, Universitäten, Regierungsstellen, Kliniken, etc.) die mehrere 10000 PC’s rumstehen haben, die auch gewartet und betrieben werden wollen – und auf diesen PC’s laufen seit Jahren Anwendungen, die auf die Systemkomponente des IE6 angewiesen sind (wurden sie doch zum Teil genau darauf optimiert). Ein Auswechseln dieser Anwendungen ist in vielen Fällen schlicht unmöglich, weil kein Ersatz dafür vorhanden ist, bzw. der reine Aufwand viel zu hoch wäre. Warum soll ich etwas tauschen das funktioniert?
Alternative: dann verteilt den Jungs und Mädels doch Firefox auf die PC’s, damit sie sicher surfen können! Tja, auch ein Kostenfaktor. Eine zusätzliche Applikation zu warten, und upzudaten – wo eine zentrale Sicherheitslösung auf einem Proxyserver/einer Firewall wesentlich billiger kommt.
So, da haben wir nun den Salat: Windows XP mit einem Ablaufdatum irgendwann in der (fernen) Zukunft, darauf IE6 mit all seinen Nachteilen und kein Ende in Sicht. Nicht gerade das, was ich mir als Webentwickler erträume, aber was soll’s: life goes on.